BBBB-Glossar

Belgische Biersorten in Krokusfeld

Hier findet Ihr Antworten auf viele Fragen, rund ums belgische Bier.

Authentic Trappist Product Logo, copyright: Internationaler Verein Trappist

Das sogenannte ATP-Logo dürfen nach eingehender Prüfung nur Produkte aus Trappistenklöstern tragen. copyright: Internationaler Verein Trappist

Die Bezeichnung „Trappistenbier“ ist ein weltweit geschützter Markenbegriff, den ausschließlich Brauereien von Trappisten-Klöstern tragen dürfen. Mit Stand 2017 sind dies weltweit lediglich elf Klöster/Brauereien, von denen sechs in Belgien ansässig sind. Die Produkte sind dabei eindeutig mit dem „Authentic Trappist Product“-Logo gekennzeichnet.

Dieses Qualitätssiegel vergibt der Internationale Verein Trappist, der auch die damit verbundenen Regeln überwacht. Das Produzieren von Trappistenbier ist zum Schutz der Qualität ausschließlich innerhalb der Trappisten-Klöster oder zumindest in angrenzenden, von den Mönchen überwachten Betrieben erlaubt. Darüber hinaus dient der Gewinn aus dem Verkauf der Biere primär zur Finanzierung der Klöster. Überschüsse investieren die Klöster in caritative Projekte. Das dritte Kriterium erklärt der Verein so:

„Die klösterliche Gemeinschaft bestimmt die wirtschaftliche Gestaltung und stellt die Herstellungsmittel zur Verfügung. Diese Herstellung muss in ihrer Gänze klarer Ausdruck des Zusammenhangs mit dem betreffenden Kloster und einer Unternehmenskultur sein, die mit dem klösterlichen Lebensentwurf vereinbar ist.“

Den Klöstern geht es um Qualität statt um Quantität, stets begleitet von einem entsprechenden Umwelt-Bewusstsein.

Belgische Trappistenbiere sind Chimay, Orval, Westvleteren, Rochefort, Achel und Westmalle. In den Niederlanden wird überdies in den Klöstern Koningshoeven und Zundert Bier gebraut. Daneben gibt es mit Tre Fontane in Italien, Engelszell in Österreich sowie im Kloster Spencer in den USA drei weitere Trappisten-Klöster, deren Biere mit dem sogenannten ATP-Logo gekennzeichnet sind. Das im französischen Mont des Cats-Kloster hergestellte Bier ist (noch?) nicht mit diesem Qualitätssiegel versehen.

Die Vergabe des ATP-Logos beschränkt sich übrigens nicht ausschließlich auf Bier. In vielen Klöstern ist auch der dort produzierte Käse, etwa in Chimay und Orval, damit geadelt. In der Kloster-Abtei Koningshoeven sind sogar Marmelade, Honig, Schokolade, Brot und Kleingebäck mit diesem Siegel versehen sowie ein Likör aus dem Kloster Engelszell.

Weitere Infos über Trappistenbier und die Klöster liefert der Internationale Trappist Verein auf seiner  mehrsprachigen Website.

Ein Kelch, gefüllt mit belgischem Starkbier.

Belgisches Starkbier wird stets in einem großen Kelch serviert.

Ähnlich wie die Kölsch-Stange oder Pils-Tulpe hat sich das Servieren belgischer Starkbiere in bauchigen, weit ausladenden Kelchen als klassisches Trinkgefäß etabliert. Der Grund: Das Aroma entfaltet sich in diesen Gläsern besser. Wichtig dabei ist auch die Trinktemperatur. Anders als in deutschen Kneipen, wo Bier recht kalt bei rund vier Grad Celsius serviert wird, hat es der Belgier gerne etwas wärmer.

Die Trinktemperatur liegt hier zwischen 8 und 14 Grad. Man spricht dabei auch von „Kellertemperatur“. Erst dann entfaltet sich das volle Aroma des Bieres. Und erst dadurch wird das Genießen mit allen Sinnen gewährleistet.
1. TIPP: Viele Hersteller vermerken auf den Etiketten der Bierflaschen die optimale Serviertemperatur. Ein genauerer Blick zum optimalen Genießen lohnt also.

2. TIPP: Wer (noch) keinen Bierkelch hat, nimmt einfach ein bauchiges Rotwein-Glas.

Gueuze, im Flämischen und Deutschen Geuse genannt, ist eine Weiterverarbeitung des spontanvergorenen Lambic-Bieres. Ähnlich wie im Weinbau, wo aus verschiedenen Rotweinen ein Cuvée entsteht, besteht Gueuze aus verschiedenen Lambic-Chargen. Meist wird ein noch junges, halbvergorenes Lambic mit älteren Lambic-Chargen vermischt.

Sinn und Zweck: Das ältere, über Jahre gelagerte Lambic soll wieder Kohlensäure erhalten. Die Mischung wird anschließend auf Flaschen gezogen, wobei eine zweite Gärung in der Flasche einsetzt. Bedingt durch die im Bier enthaltenen Milchsäure-Bakterien, verstärkt sich der saure Geschmack.

Gueuze hat nur entfernt etwas mit der Goslarer oder Leipziger Gose zu tun. Früher ebenfalls spontanvergoren, werden diese Bierspezialitäten heute mit obergärigen Bierhefen gebraut. Der Leipziger Gose wird überdies noch Kochsalz und Koriander hinzugefügt.

Lambic, im flämischen Lambiek oder Lambik, ist ein spontanvergorenes Bier. Die Zugabe spezieller Bierhefen ist tabu. Stattdessen sorgen Hefepilze für die Gärung, die in der Umgebungsluft schweben.

Nach dem Ansetzen der Maische wird diese in einem offenen Bottich einfach sich selbst überlassen. Haben sich im Idealfall Hefepilze auf der Maische angesiedelt, wird sie in Fässer abgefüllt. Der weitere Gärungsprozess im Fass zieht sich schon mal über mehrere Monate. Dadurch besitzt Lambic nur wenig Kohlensäure. Der Geschmack des Biers hängt letztlich von den eingefangenen Hefekulturen ab. Daher kann er von Mal zu Mal unterschiedlich ausfallen.

Es ist allgemein jedoch für seinen leicht säuerlichen Geschmack bekannt, hervorgerufen durch ebenfalls eingefangene Milchsäure-Bakterien. Lambic bildet überdies die Ausgangs-Basis für weitere Bierspezialitäten wie Gueuze oder Kriek.

 

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